• 05.12.2017
  • 18:03 Uhr

Schlag gegen den Kern der linken Szene

In acht Bundesländern führte die Polizei Durchsuchungen bei mutmaßlichen G20-Gewalttätern durch.

Die Polizei ist heute bundesweit gegen Linksextremisten und Autonome vorgegangen, die an den teilweise heftigen Krawallen zum G20-Gipfel in Hamburg beteiligt gewesen sein sollen. An dem Einsatz waren insgesamt 583 Polizeibeamte beteiligt.

Im hessischen Marburg wurde ein Objekt unter die Lupe genommen. Dabei handelte sich laut der Hamburger Polizei um den Hauptwohnsitz einer 20-jährigen Beschuldigten. Auch ihr Nebenwohnsitz im rheinland-pfälzischen Neuwied wurde durchsucht. Weitere der insgesamt 23 Durchsuchungen fanden in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Hamburg, Berlin und Sachsen-Anhalt statt.

Mehrere Messer gefunden

Die Polizei stellte unter anderem 26 Laptops und Computer, 35 Handys und mehrere USB-Sticks sicher. In Baden-Württemberg entdeckten Beamte auch eine Luftdruckpistole und mehrere Messer, wie die bei einer Pressekonferenz dokumentierte. Festnahmen gab es keine.

Die Aktion habe dazu gedient, Hintergründe und Strukturen der Krawalle offenzulegen und an den Kern der autonomen Szene heranzukommen, sagte Hamburgs Polizeipräsident Ralf Martin Meyer. Die Durchsuchungen richteten sich gegen 22 Beschuldigte. Es bestehe der dringende Tatverdacht, dass sie Teil einer Gruppe von G20-Gegnern waren, aus deren Mitte heraus am 7. Juli im Hamburger Stadtteil Bahrenfeld Steine und Pyrotechnik auf Beamte geworfen wurden, so Meyer. Gegen sie werde wegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruchs ermittelt.

Zu Medienberichten, wonach vorab vor den Razzien gewarnt worden war, sagte ein Polizeisprecher, dass bei einem derartigen länderübergreifenden Großeinsatz die Gefahr bestehe, „dass Informationen nach außen dringen“. Bei Twitter gab es beispielsweise eine Meldung, die sich auf die Razzia bezogen hatte.

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