• 02.07.2018
  • 17:50 Uhr

Missbrauchsfall Staufen: 9 Jahre Haft für Schweizer

Er hatte den Jungen gequält und vergewaltigt. Dafür muss er jetzt lange in den Knast.

Vor den Medien versteckt der angeklagte Schweizer sein Gesicht.

Über den jahrelangen (und von der Mutter vermittelten) Missbrauch eines Jungen in Staufen haben wir schon mehrfach berichtet (siehe unten). Heute hat das Landgericht Freiburg einen weiteren Angeklagten verurteilt. Ein 37-jähriger Maurer aus der Schweiz bekommt neun Jahre und anschließende Sicherungsverwahrung. Außerdem muss er an das heute 9-jährige Opfer 14.000 Euro Schmerzensgeld zahlen.

Das Geständnis

Der Mann aus dem Schweizer Kanton St. Gallen hatte zugegeben, das Kind dreimal gegen Geld vergewaltigt zu haben. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Der Pflichtverteidiger des Maurers hat Revision angekündigt, die drohende Sicherheitsverwahrung wolle sein Mandant nicht akzeptieren. Das Gericht hatte geurteilt, von dem Angeklagten ginge eine hohe Gefahr für die Allgemeinheit aus und auch nach neun  Jahren Haft sei das Rückfallrisiko groß. Deshalb die Sicherungsverwahrung.

Mit Lügen unter Druck gesetzt

Der arbeitslose Maurer war für seine Taten mehrmals über 200 km nach Staufen bei Freiburg gefahren. Er erzählte dem Jungen, er sei Polizist und wenn er sich wehre, komme er ins Heim und die Mutter würde verhaftet. Er filmte auch sein Vergehen an dem damals 7-Jährigen und hatte die Aufnahmen an andere weiter gegeben. Nach dem Täter wurde international gesucht, er ging der Polizei in die Falle, als er wieder von der Schweiz über Österreich nach Deutschland reisen wollte.

Mitte Januar kam der gesamte Missbrauchsfall ans Licht. Die Mutter des Kindes hatte ihren Sohn gegen Geld den Freiern angeboten. Sie und ihr bereits wegen schweren Kindesmissbrauchs vorbestrafter Lebensgefährte stehen auch vor Gericht. Frühestens Mitte Juli soll ihr Urteil fallen.

  • 29.06.2018
  • 18:59 Uhr

Missbrauchsfall Staufen: 44-Jähriger verurteilt

Er wollte einen Jungen missbrauchen und töten. Dafür kriegt er jetzt acht Jahre Haft und Sicherungsverwahrung.

Im Staufener Missbrauchsfall hat das Landgericht Karlsruhe einen weiteren Beteiligten für lange Zeit hinter Gitter geschickt. Daniel V. aus Schleswig-Holstein. Die Staatsanwaltschaft hatte ihn angeklagt, wegen

„Sichbereiterklärens“ zum Mord, zum sexuellen Missbrauch von Kindern und zur Vergewaltigung sowie wegen Besitzes kinder- und jugendpornografischer Schriften.

Daniel V. ist einer von acht Tatverdächtigen in dem Staufener Fall. Eine Mutter und ihr Partner hatten jahrelang ihren damals 7-jährigen Jungen zum Missbrauch angeboten. Daniel V. hatte im Darknet Kontakt zu dem Paar aufgenommen. Er wollte das Kind missbrauchen und fragte auch, ob er es danach töten könnte. Das allerdings lehnten die beiden ab. Daraufhin schlug der Elektriker aus Schleswig-Holstein vor, einen anderen Jungen zu entführen und ihn zum Opfer zu machen. Doch dazu kam es dann nicht mehr. Denn die Polizei hatte inzwischen Mutter und Partner festgenommen und den Sohn zur Betreuung in eine staatliche Einrichtung gegeben. Das wusste der Verdächtige Daniel V. aber nicht.

Deckname: Geiler Daddy

Unter diesem Pseudonym hatte dann ein verdeckter Ermittler der Polizei Kontakt zu dem Verdächtigen aufgenommen. Er gab sich als Freund der Mutter aus. Er lockte den 44-Jährigen nach Karlsruhe. Der kam mit der Hoffnung, in einem Schrebergarten einen Jungen vergewaltigen zu können. (Die Absicht, Tötungsfantasien ausleben zu wollen, konnte ihm später im Gericht niemand mehr nachweisen.) In einem Schnellrestaurant im Karlsruher Hauptbahnhof wurde er dann verhaftet. Jetzt wurde er zu acht Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Der Angeklagte war bereits mehrfach verurteilt und durfte sich Kindern eigentlich nicht mehr nähern. Das Gericht sieht die schnelle Rückfälligkeit beim Verurteilten als gegeben an. Der Staatsanwalt hatte deshalb schon zu Prozessbeginn die Sicherungsverwahrung angeregt.

Die Hauptbeschuldigten im Staufener Missbrauchsfall bleiben aber die Mutter des Jungen und ihr Lebensgefährte. Ein Urteil gegen sie wird im Juli erwartet.

  • 11.06.2018
  • 11:50 Uhr

Freiburg: Mutter und Lebensgefährte vor Gericht

Sie sollen den Jungen jahrelang missbraucht und an Freier verkauft haben.

Im Fall des schwer missbrauchten und an andere Männer verkauften Jungen aus Staufen stehen die Mutter des Kindes und ihr Lebensgefährte vor Gericht.

Mit der Schilderung schwerster Sexualverbrechen an einem wehrlosen Kind hat der Prozess gegen die beiden Hauptbeschuldigten im Missbrauchsfall Staufen begonnen. Der 48 Jahre alten Mutter des Opfers und ihrem einschlägig vorbestraften 39-jährigen Lebensgefährten wird vorgeworfen, den heute neunjährigen Jungen mehr als zwei Jahre lang regelmäßig missbraucht und an andere Männer verkauft zu haben.

In der mehr als 100 Seiten langen Anklageschrift ist die Rede von Fesselungen, extremen Demütigungen, Beschimpfungen, Drohungen sowie körperlicher Gewalt und Vergewaltigungen.

Taten zwischen Mai 2015 und August 2017

Dem Paar werden unter anderem schwere Vergewaltigung und Zwangsprostitution in jeweils knapp 50 Fällen zur Last gelegt. Angeklagt sind Taten zwischen Mai 2015 bis Ende August 2017. In dem Fall gibt es insgesamt acht Tatverdächtige. Die Mutter und ihr Lebensgefährte, beide Deutsche, gelten als die zentralen Figuren in dem Missbrauchsfall.

In Prozessen gegen Freier des Jungen hatte der 39-Jährige zuvor als Zeuge ausgesagt und sich bereits als Haupttäter bezeichnet. Die Mutter schwieg bis jetzt. Ob sie aussagt, ist nach Worten ihres Anwalts Matthias Wagner noch nicht entschieden. Dem Paar wird auch der mehrfache Missbrauch einer Dreijährigen zur Last gelegt. Die Schwere und Vielzahl der Verbrechen sowie die Rolle der Mutter machen diesen Fall außergewöhnlich.

Behörden und Justiz stehen in der Kritik

Ihnen wird vorgeworfen, den Jungen nicht geschützt zu haben – obwohl sie von der Beziehung der Mutter zu dem wegen schweren Kindesmissbrauchs vorbestraften Mann wussten. Das Kind lebt seit der Festnahme des Paares und der weiteren mutmaßlichen Täter im vergangenen Herbst bei einer Pflegefamilie.

Eine Vielzahl der Taten wurde gefilmt

Sowohl die, die das Paar beging, als auch die, die die Freier an dem sich laut Anklage „massiv ekelnden“ und völlig wehrlosen Kind vollzogen. Die Aufnahmen dienen in diesem und den anderen Verfahren als Beweismittel. Außerdem führten die bisherigen Aussagen des 39-Jährigen auch zur Festnahme von Männern, denen das Kind zum Vergewaltigen überlassen worden war.

„Ich erhoffe mir, auch wenn es vielleicht unrealistisch ist, von der angeklagten Kindsmutter vielleicht mal eine Erklärung zur Motivation“, sagte die Vertreterin der Nebenklage, Rechtsanwältin Katja Ravat, der Deutschen Presse-Agentur. Ravat vertritt in dem Prozess den missbrauchten Jungen.

Ziel von Anklage und Nebenklage sei neben langjährigen Haftstrafen eine anschließende Sicherungsverwahrung, vor allem für den wegen schwerer Kindesmisshandlung vorbestraften Lebensgefährten der Mutter. „Dass ich dem Kind rückmelden kann, dass der Mann auf absehbare Zeit nicht mehr aus der Haft entlassen werden wird“, sagte Ravat.

Schreckliche Anfrage im Darknet

Zeitgleich begann vor dem Karlsruher Landgericht der Prozess gegen einen 44-Jährigen aus Schleswig-Holstein: Er soll im sogenannten Darknet beim Lebensgefährten der Mutter angefragt haben, ob er den Jungen sexuell missbrauchen und danach töten dürfe. In diesem Verfahren wurde die Öffentlichkeit teilweise ausgeschlossen. Die Verteidigung hatte dies beantragt, weil der Angeklagte in seiner Aussage persönliche Dinge wie sein Sexualleben erläutern wolle.

  • 19.04.2018
  • 15:39 Uhr

Staufen: Zehn Jahre Haft für Kinderschänder

Der 41-Jährige hatte einen 9-Jährigen brutal missbraucht. Die Mutter verkaufte ihren Jungen für Vergewaltigungen im Internet.

Im Prozess gegen den 41-jährigen Markus K. hat das Landgericht Freiburg ein Urteil gesprochen.

Der einschlägig vorbestrafte Mann muss zehn Jahre ins Gefängnis. Außerdem wurde Sicherungsverwahrung angeordnet – das heißt, dass er möglicherweise auch nach Absitzen der Strafe nicht wieder frei kommt. Markus K. gestand zu Beginn des Prozesses, sich mehrfach an dem 9-Jährigen aus dem baden-württembergischen Staufen vergangen zu haben.

Der Junge war von seiner eigenen Mutter (47) und seinem ebenfalls wegen Kindesmissbrauchs vorbestraften Stiefvater (39) im Internet an mehrere Männer für Vergewaltigungen gegen kleine Eurobeträge verkauft worden.

Der bereits wegen Kindesmissbrauchs verurteilte 41-Jährige gestand gleich zu Beginn der Verhandlung, sich an dem Neunjährigen vergangen zu haben. Insgesamt sind in dem Fall acht Verdächtige in Haft, darunter die Mutter und der Stiefvater des Opfers. Die Prozesse gegen die Verdächtigen beginnen in den kommenden Monaten.

Das Kind ist in der Obhut des Jugendamtes.

  • 12.04.2018
  • 15:30 Uhr

Nach jahrelangem Kindesmissbrauch: Peiniger vor Gericht

Er soll einen Jungen missbraucht haben. Dessen Mutter bot den Jungen zur Vergewaltigung an.

Der Angeklagte versteckte heute zu Prozessbeginn sein Gesicht.

Der Fall war so schrecklich, dass er bundesweit für Aufsehen und Bestürzung sorgte: ein heute neunjähriger Junge wird jahrelang im Internet für Vergewaltigungen gegen Geld angeboten – und zwar von der eigenen Mutter und dem Stiefvater. Insgesamt acht Personen sollen an den schrecklichen Taten beteiligt gewesen sein. Heute begann ein erster Prozess, ein einschlägig vorbestrafter 41-Jähriger steht vor Gericht – er soll das Kind zwei Mal vergewaltigt haben.

Die schweren Vorwürfe gegen Markus K. 

  • Die Anklage lautet unter anderem auf schwere Vergewaltigung, gefährliche Körperverletzung, Freiheitsberaubung und schwere Zwangsprostitution.
  • Hintergrund: Die Mutter des heute neun Jahre alten Kindes und ihr Lebensgefährte, der bereits wegen schweren Kindesmissbrauchs vorbestraft ist, sollen das Kind im Internet angeboten und Männern gegen Geld überlassen haben – damit die den Jungen vergewaltigen können.
  • Mehr als zwei Jahre lang soll der Junge so immer wieder missbraucht worden sein.
  • Der jetzt angeklagte 41-Jährige Markus K. soll laut Staatsanwaltschaft in mindestens zwei Fällen den Jungen vergewaltigt haben. Die erste Tat ereignete sich demnach im Juli 2017 auf einem Feldweg bei Staufen in Baden-Württemberg. Er habe dafür zwischen 20 und 50 Euro gezahlt. Die zweite Tat im September 2017 sei in der Wohnung des Jungen passiert – die Mutter muss nach Ansicht der Staatsanwaltschaft die gesamte Vergewaltigung im Nebenraum mitangehört haben
  • Der Angeklagte hat ein Geständnis angekündigt – will aber nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit aussagen.

Angeklagter versteckt sein Gesicht

Markus K. verdeckte zu Beginn des Prozesses sein Gesicht noch mit einem Briefumschlag – denn zu Beginn von Prozessen dürfen Kameras zugegen sein. Erst, als der Richter die Medien aus dem Saal schickte, nahm er den Umschlag weg. Und dann antwortete er nach Angaben der DPA mit fester Stimme auf Fragen des Richters. Kurz danach wurden die Medien auf Wunsch des Mannes vom Prozess ausgeschlossen – denn der Angeklagte wolle über sein Sexualleben berichten. Außerdem werden von den Taten Videoaufnahmen im Gerichtssaal gezeigt, deswegen findet wahrscheinlich der gesamte Rest des Prozesses unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Drei Verhandlungstage sind angesetzt, ein Urteil könnte es schon in der kommenden Woche geben. Die Staatsanwaltschaft fordert eine lange Freiheitsstrafe und anschließende Sicherungsverwahrung.

In den kommenden Wochen starten dann weitere Prozesse gegen weitere sieben Männer und Frauen, die an den Taten beteiligt gewesen sein sollen – unter anderem auch gegen die 47-jährige Mutter und den 39-jährigen Stiefvater. Sie sollen aktiv an den Taten beteiligt gewesen sein und werden ab Mitte Juni vor Gericht stehen.

 

© 2018 RTL II News | Alle Rechte vorbehalten.

Cookies erleichtern unter anderem die Bereitstellung unserer Dienste und helfen uns bei der Ausspielung von redaktionellen und werblichen Inhalten sowie der Analyse des Nutzerverhaltens. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr Infos zum Datenschutz

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close