• 09.01.2018
  • 22:45 Uhr

G20-Gipfel: Dreieinhalb Jahre Haft für Flaschenwerfer

Es ist das bislang härteste G20-Randale-Urteil.

Noch vor Beginn des G20-Gipfels verwüsteten Krawalle Teile Hamburgs.

Es ist die bislang höchste Strafe im Zusammenhang mit den Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg: Das Amtsgericht hat am Dienstag einen 28-Jährigen zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Laut Überzeugung des Gerichts hat der 28-Jährige am 6. Juli 2017, in der Nacht nach der „Welcome to Hell“-Demo, nach einer Bierflasche gegriffen, diese am Boden aufgeschlagen und die Flasche daraufhin auf Polizisten geschleudert. Ein Beamter wurde von dem Wurfgegenstand getroffen und an der Hand verletzt. Damit hat sich der Angeklagte der gefährlichen Körperverletzung, eines tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und des schweren Landfriedensbruchs schuldig gemacht. Die Staatsanwältin hatte nur zwei Jahre und zehn Monate Haft gefordert.

Ganz unbekannt ist der 28-Jährige dem Gericht aber auch nicht. Er saß bereits wegen Körperverletzung im Gefängnis. Deshalb fällt die Strafe so hart aus. Der Verteidiger des Angeklagten hatte auf Freispruch plädiert. Er hatte den Beamten vorgeworfen, sie hätten widersprüchliche Aussagen gemacht und hatte auf den angeblichen Versuch einer Aktenfälschung hingewiesen. Der Angeklagte äußerte sich nicht zu den Vorwürfen, auch zu seinem persönlichen Verhältnissen wollten er nichts sagen.

Nach der Urteilverkündung gab es Proteste im Gerichtssaal, mit einer derart hohen Strafe hatten die Anwesenden nicht gerechnet. Doch schon beim ersten Verfahren nach den G20-Krawallen hatte Richter Krietchen für Aufsehen gesorgt. Er hatte einen Flaschenwerfer zu zwei Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt. Seine Begründung: Polizisten seien weder Freiwild für die Spaßgesellschaft, noch Freiwild für erlebnisorientierte Gewalttäter seien.

  • 28.08.2017
  • 23:24 Uhr

G20-Randalierer muss ins Gefängnis

Im ersten Urteil nach dem Gipfel zeigt der Richter keine Gnade.

Chaos, Gewalt und Randale bestimmten die Tage des G20-Gipfels Anfang Juli in Hamburg. Immer wieder stießen dort Polizisten und Linksextremisten aufeinander. Jetzt hat das Amtsgericht Hamburg ein erstes Urteil gegen einen der Randalierer gesprochen. Ein 21-Jähriger Niederländer muss für zwei Jahre und sieben Monate ins Gefängnis.

Damit gingen die Richter sogar über die Forderung der Staatsantwältin hinaus. Die hatte ein Jahr und neun Monate gefordert, die Verteidigerin Freispruch. Der Angeklagte soll Flaschen auf Polizisten geworfen haben und bei der Verhaftung schweren Widerstand geleistet haben.

Kurz vor dem G20-Gipfel war ein neues Gesetz in Kraft getreten, dass Amtsträger bei Diensthandlungen schützen soll. Auch damit begründete der Richter sein hartes Urteil.

 

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