• 11.10.2017
  • 07:59 Uhr

Familiennachzug: 70.000 Syrer und Iraker wollen kommen

Angehörige von Flüchtlingen ersuchen um Asyl in Deutschland.

Unter den anerkannten Schutzberechtigten mit Anspruch auf Familiennachzug bilden Syrer mit Abstand die größte Gruppe. Zwischen Anfang 2015 und Mitte 2017 gingen 102.000 Visa zum Familiennachzug an Syrer und Iraker, rund 3.000 an Afghanen. (Symbolfoto)

Das Thema Zuwanderung könnte die größte Hürde bei den anstehenden Jamaika-Sondierungen zwischen CDU/CSU, den Grünen und der FDP werden. Die Union will das Nachzugsrecht für bestimmte Schutzsuchende weiter beschränken. Die Grünen und die FDP lehnen genau das ab. Eine Scheindebatte – gab es bislang noch keine konkreten Details zur Größenordnung beim Familiennachzug. Doch erste Zahlen liegen der dpa unter Berufung auf das Auswärtige Amt nun vor.

Demnach bemühen sich aktuell 70.000 Syrer und Iraker darum, ihren Angehörigen nach Deutschland zu folgen. Diese Zahl stützt sich auf Terminanfragen für einen Familiennachzug an den zuständigen deutschen Auslandsvertretungen in Beirut, Amman, Erbil, Ankara, Istanbul und Izmir.

Von Anfang 2015 bis Mitte 2017 erteilte das Auswärtige Amt bereits rund 102.000 Visa zum Familiennachzug für Syrer und Iraker. Auf Basis der Terminbuchungen und bisheriger Werte schätzt das Ministerium, dass bis 2018 etwa 100.000 bis 200.000 weitere hinzukommen könnten.

Aktuell sieht es so aus, dass Asylsuchende, die in Deutschland Schutz bekommen, Ehepartner und minderjährige Kinder zum Teil nachholen dürfen. Auch anerkannte minderjährige Flüchtlinge dürfen ihre Eltern nachholen. Für eine bestimmte Gruppe mit eingeschränktem Schutzstatus, subsidiär Geschützte, hatte die große Koalition den Familiennachzug im März 2016 beschränkt und für zwei Jahre ausgesetzt: bis März 2018.

Ob subsidär Geschützte (was heißt das genau?) also nach März 2018 wieder den Nachzug von Angehörigen werden beantragen können, wird nun Bestandteil der Gesprächen über eine Jamaika-Koalition sein. Die Grünen fordern genau dies, die Union ist dagegen.

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