• 11.07.2018
  • 09:35 Uhr

NSU-Prozess: Lebenslange Haft für Zschäpe

Damit endet der längste und aufwendigste Indizienprozesse der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Heute endet das Verfahren um die Morde und Anschläge des „Nationalsozialistischen Untergrunds“. Das Oberlandesgericht München sprach die Rechtsterroristin Beate Zschäpe des zehnfachen Mordes schuldig. Das Gericht stellte auch die besondere Schwere der Schuld fest.

Es handelt es sich um einen der längsten und aufwendigsten Indizienprozesse der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Die Bundesanwaltschaft hatte die Höchststrafe für Zschäpe gefordert: lebenslange Haft, die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld sowie anschließende Sicherungsverwahrung.

Die Anklage sieht die heute 43-Jährige als Mittäterin an allen Verbrechen des NSU:

  • an den neun Morden an türkisch- und griechischstämmigen Gewerbetreibenden
  • an dem Mord an einer deutschen Polizistin
  • an zwei Bombenschlägen mit Dutzenden Verletzten
  • an insgesamt 15 Raubüberfällen

 

2011 setzte Zschäpe zudem die letzte Fluchtwohnung des NSU in Zwickau in Brand.

Zschäpes zwei Verteidiger-Teams hatten dagegen den Freispruch von allen Morden und Anschlägen gefordert. Begründung: Zschäpe sei keine Mittäterin, sie sei keine Mörderin und keine Attentäterin. Verurteilt werden könne sie aber wegen der Brandstiftung in der Wohnung in Zwickau kurz nach dem Auffliegen des NSU-Trios am 4. November 2011.

Zschäpes Vertrauensanwälte verlangten am Ende eine Haftstrafe von unter zehn Jahren, ihre ursprünglichen drei Verteidiger beantragten die sofortige Freilassung, weil die Haftstrafe für die Brandstiftung mit der Untersuchungshaft schon abgegolten sei.

Zschäpes Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt hatten sich am 4. November 2011 nach einem gescheiterten Banküberfall in Eisenach selbst erschossen.

Der Mitangeklagte Ralf Wohlleben ist als Waffenbeschaffer zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Das Oberlandesgericht sprach ihn der Beihilfe zum Mord schuldig. Der Mitangeklagte Holger G. wurde zu drei Jahren Haft verurteilt. André E. bekam einer Strafe von zwei Jahren und sechs Monaten, Carsten S. wurde zu drei Jahren Jugendstrafe verurteilt.

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