• 11.06.2018
  • 11:50 Uhr

Freiburg: Mutter und Lebensgefährte vor Gericht

Sie sollen den Jungen jahrelang missbraucht und an Freier verkauft haben.

Im Fall des schwer missbrauchten und an andere Männer verkauften Jungen aus Staufen stehen die Mutter des Kindes und ihr Lebensgefährte vor Gericht.

Mit der Schilderung schwerster Sexualverbrechen an einem wehrlosen Kind hat der Prozess gegen die beiden Hauptbeschuldigten im Missbrauchsfall Staufen begonnen. Der 48 Jahre alten Mutter des Opfers und ihrem einschlägig vorbestraften 39-jährigen Lebensgefährten wird vorgeworfen, den heute neunjährigen Jungen mehr als zwei Jahre lang regelmäßig missbraucht und an andere Männer verkauft zu haben.

In der mehr als 100 Seiten langen Anklageschrift ist die Rede von Fesselungen, extremen Demütigungen, Beschimpfungen, Drohungen sowie körperlicher Gewalt und Vergewaltigungen.

Taten zwischen Mai 2015 und August 2017

Dem Paar werden unter anderem schwere Vergewaltigung und Zwangsprostitution in jeweils knapp 50 Fällen zur Last gelegt. Angeklagt sind Taten zwischen Mai 2015 bis Ende August 2017. In dem Fall gibt es insgesamt acht Tatverdächtige. Die Mutter und ihr Lebensgefährte, beide Deutsche, gelten als die zentralen Figuren in dem Missbrauchsfall.

In Prozessen gegen Freier des Jungen hatte der 39-Jährige zuvor als Zeuge ausgesagt und sich bereits als Haupttäter bezeichnet. Die Mutter schwieg bis jetzt. Ob sie aussagt, ist nach Worten ihres Anwalts Matthias Wagner noch nicht entschieden. Dem Paar wird auch der mehrfache Missbrauch einer Dreijährigen zur Last gelegt. Die Schwere und Vielzahl der Verbrechen sowie die Rolle der Mutter machen diesen Fall außergewöhnlich.

Behörden und Justiz stehen in der Kritik

Ihnen wird vorgeworfen, den Jungen nicht geschützt zu haben – obwohl sie von der Beziehung der Mutter zu dem wegen schweren Kindesmissbrauchs vorbestraften Mann wussten. Das Kind lebt seit der Festnahme des Paares und der weiteren mutmaßlichen Täter im vergangenen Herbst bei einer Pflegefamilie.

Eine Vielzahl der Taten wurde gefilmt

Sowohl die, die das Paar beging, als auch die, die die Freier an dem sich laut Anklage „massiv ekelnden“ und völlig wehrlosen Kind vollzogen. Die Aufnahmen dienen in diesem und den anderen Verfahren als Beweismittel. Außerdem führten die bisherigen Aussagen des 39-Jährigen auch zur Festnahme von Männern, denen das Kind zum Vergewaltigen überlassen worden war.

„Ich erhoffe mir, auch wenn es vielleicht unrealistisch ist, von der angeklagten Kindsmutter vielleicht mal eine Erklärung zur Motivation“, sagte die Vertreterin der Nebenklage, Rechtsanwältin Katja Ravat, der Deutschen Presse-Agentur. Ravat vertritt in dem Prozess den missbrauchten Jungen.

Ziel von Anklage und Nebenklage sei neben langjährigen Haftstrafen eine anschließende Sicherungsverwahrung, vor allem für den wegen schwerer Kindesmisshandlung vorbestraften Lebensgefährten der Mutter. „Dass ich dem Kind rückmelden kann, dass der Mann auf absehbare Zeit nicht mehr aus der Haft entlassen werden wird“, sagte Ravat.

Schreckliche Anfrage im Darknet

Zeitgleich begann vor dem Karlsruher Landgericht der Prozess gegen einen 44-Jährigen aus Schleswig-Holstein: Er soll im sogenannten Darknet beim Lebensgefährten der Mutter angefragt haben, ob er den Jungen sexuell missbrauchen und danach töten dürfe. In diesem Verfahren wurde die Öffentlichkeit teilweise ausgeschlossen. Die Verteidigung hatte dies beantragt, weil der Angeklagte in seiner Aussage persönliche Dinge wie sein Sexualleben erläutern wolle.

  • 19.04.2018
  • 15:39 Uhr

Staufen: Zehn Jahre Haft für Kinderschänder

Der 41-Jährige hatte einen 9-Jährigen brutal missbraucht. Die Mutter verkaufte ihren Jungen für Vergewaltigungen im Internet.

Im Prozess gegen den 41-jährigen Markus K. hat das Landgericht Freiburg ein Urteil gesprochen.

Der einschlägig vorbestrafte Mann muss zehn Jahre ins Gefängnis. Außerdem wurde Sicherungsverwahrung angeordnet – das heißt, dass er möglicherweise auch nach Absitzen der Strafe nicht wieder frei kommt. Markus K. gestand zu Beginn des Prozesses, sich mehrfach an dem 9-Jährigen aus dem baden-württembergischen Staufen vergangen zu haben.

Der Junge war von seiner eigenen Mutter (47) und seinem ebenfalls wegen Kindesmissbrauchs vorbestraften Stiefvater (39) im Internet an mehrere Männer für Vergewaltigungen gegen kleine Eurobeträge verkauft worden.

Der bereits wegen Kindesmissbrauchs verurteilte 41-Jährige gestand gleich zu Beginn der Verhandlung, sich an dem Neunjährigen vergangen zu haben. Insgesamt sind in dem Fall acht Verdächtige in Haft, darunter die Mutter und der Stiefvater des Opfers. Die Prozesse gegen die Verdächtigen beginnen in den kommenden Monaten.

Das Kind ist in der Obhut des Jugendamtes.

  • 12.04.2018
  • 15:30 Uhr

Nach jahrelangem Kindesmissbrauch: Peiniger vor Gericht

Er soll einen Jungen missbraucht haben. Dessen Mutter bot den Jungen zur Vergewaltigung an.

Der Angeklagte versteckte heute zu Prozessbeginn sein Gesicht.

Der Fall war so schrecklich, dass er bundesweit für Aufsehen und Bestürzung sorgte: ein heute neunjähriger Junge wird jahrelang im Internet für Vergewaltigungen gegen Geld angeboten – und zwar von der eigenen Mutter und dem Stiefvater. Insgesamt acht Personen sollen an den schrecklichen Taten beteiligt gewesen sein. Heute begann ein erster Prozess, ein einschlägig vorbestrafter 41-Jähriger steht vor Gericht – er soll das Kind zwei Mal vergewaltigt haben.

Die schweren Vorwürfe gegen Markus K. 

  • Die Anklage lautet unter anderem auf schwere Vergewaltigung, gefährliche Körperverletzung, Freiheitsberaubung und schwere Zwangsprostitution.
  • Hintergrund: Die Mutter des heute neun Jahre alten Kindes und ihr Lebensgefährte, der bereits wegen schweren Kindesmissbrauchs vorbestraft ist, sollen das Kind im Internet angeboten und Männern gegen Geld überlassen haben – damit die den Jungen vergewaltigen können.
  • Mehr als zwei Jahre lang soll der Junge so immer wieder missbraucht worden sein.
  • Der jetzt angeklagte 41-Jährige Markus K. soll laut Staatsanwaltschaft in mindestens zwei Fällen den Jungen vergewaltigt haben. Die erste Tat ereignete sich demnach im Juli 2017 auf einem Feldweg bei Staufen in Baden-Württemberg. Er habe dafür zwischen 20 und 50 Euro gezahlt. Die zweite Tat im September 2017 sei in der Wohnung des Jungen passiert – die Mutter muss nach Ansicht der Staatsanwaltschaft die gesamte Vergewaltigung im Nebenraum mitangehört haben
  • Der Angeklagte hat ein Geständnis angekündigt – will aber nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit aussagen.

Angeklagter versteckt sein Gesicht

Markus K. verdeckte zu Beginn des Prozesses sein Gesicht noch mit einem Briefumschlag – denn zu Beginn von Prozessen dürfen Kameras zugegen sein. Erst, als der Richter die Medien aus dem Saal schickte, nahm er den Umschlag weg. Und dann antwortete er nach Angaben der DPA mit fester Stimme auf Fragen des Richters. Kurz danach wurden die Medien auf Wunsch des Mannes vom Prozess ausgeschlossen – denn der Angeklagte wolle über sein Sexualleben berichten. Außerdem werden von den Taten Videoaufnahmen im Gerichtssaal gezeigt, deswegen findet wahrscheinlich der gesamte Rest des Prozesses unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Drei Verhandlungstage sind angesetzt, ein Urteil könnte es schon in der kommenden Woche geben. Die Staatsanwaltschaft fordert eine lange Freiheitsstrafe und anschließende Sicherungsverwahrung.

In den kommenden Wochen starten dann weitere Prozesse gegen weitere sieben Männer und Frauen, die an den Taten beteiligt gewesen sein sollen – unter anderem auch gegen die 47-jährige Mutter und den 39-jährigen Stiefvater. Sie sollen aktiv an den Taten beteiligt gewesen sein und werden ab Mitte Juni vor Gericht stehen.

 

  • 02.03.2018
  • 10:18 Uhr

BW-Major soll Kinderschänder gedeckt haben

Die Vorliebe eines Stabsfeldwebels für minderjährige Mädchen sei in der Kaserne bekannt gewesen.

SYMBOLBILD

Laut einem Bericht der BILD Zeitung hat die Bundeswehr ein Verfahren gegen einen Major eröffnet, der in einer Kaserne den verurteilten Kinderschänder Knut S. gedeckt haben soll.

Der 49-jährige Stabsfeldwebel wurde im Rahmen der Ermittlung um einen Kinderschänder-Ring im Breisgau verhaftet. In deren Zentrum steht der 37 Jahre alte Christian L., er soll seinen neunjährigen Stiefsohn missbraucht und gemeinsam mit der Mutter an Kinderschänder verkauft haben. Einer dieser Männer war offenbar Knut S.  Der war schon einmal wegen Kinderpornografie verurteilt und deswegen von der Bundeswehr degradiert worden. Seine Neigung zu minderjährigen Mädchen soll in der Kaserne bekannt gewesen sein.

Gegen einen ehemaligen Vorgesetzten des Kinderschänders sei nun ein „strenger Verweis“ erteilt worden. Laut BILD wird er von der deutsch-französischen Brigade in Illkirch versetzt, weil er in Vernehmungen gelogen habe.

Die Bundeswehr eröffnete deshalb ein Wehrdienstdisziplinarverfahren. Insgesamt wurden 52 Soldaten vernommen.

  • 13.01.2018
  • 18:32 Uhr

Kind für Sex verkauft: Lebensgefährte vorbestraft

Haben die Behörden bei dem Fall versagt?

Im Fall eines jahrelang sexuell missbrauchten Jungen aus dem Breisgau ist unklar, warum das Martyrium des Neunjährigen nicht schon früher beendet werden konnte. Denn das Jugendamt hatte die Familie im Blick – und das seit Jahren!

Der Lebensgefährte der Mutter hätte jedenfalls gar keinen Umgang mit dem Jungen haben dürfen. Der 39-Jährige ist laut Ermittlern einschlägig vorbestraft, lebte aber dennoch mit der 47-Jährigen und dem Kind zusammen. Laut „Stuttgarter Nachrichten“ war der Mann wegen des vielfachen Missbrauchs von Minderjährigen zu einer Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Nach der fast vollständigen Verbüßung sei er im Februar 2014 entlassen und unter Führungsaufsicht gestellt worden. Dazu gehörte auch, keinen näheren Kontakt zu Minderjährigen zu haben.

Die Frau soll den heute Neunjährigen seit 2015 im Internet angeboten haben – gegen mehrere Tausend Euro für Sexspiele. Neben ihr und ihrem Partner sitzen mittlerweile sechs verdächtige Männer im Alter zwischen 32 bis 49 Jahren in Untersuchungshaft, die sich an dem Kind vergangen haben sollen. Gegen einen der Verdächtigen wurde bereits Anklage erhoben. Das sagte heute Oberstaatsanwalt Michael Mächtel. Nun müsse das Landgericht Freiburg entscheiden, ob es zum Prozess komme. Um wen es sich bei dem Angeklagten handelt, wollte Mächtel nicht sagen. Die Anklage laute auf schweren sexuellen Missbrauch von Kindern und Vergewaltigung.

Jugendamt Breisgau-Hochschwarzwald bereits zuvor in der Kritik

Im Januar 2015 war der drei Jahre alte Alessio in Lenzkirch im Schwarzwald von seinem Stiefvater zu Tode geprügelt worden. Die Behörde soll Warnungen ignoriert und Alessio nicht ausreichend geschützt haben. Der zuständige Sachbearbeiter im Jugendamt musste eine Geldstrafe zahlen.

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