• 27.10.2017
  • 11:02 Uhr

Der letzte Tag von Air Berlin

Am Freitagabend landet die letzte Maschine am Flughafen Tegel.

Heute um 22:45 Uhr soll der letzte Air Berlin Flug mit der Nummer AB 6210 von München aus am Flughafen Tegel landen.  Dann ist die Airline, die über 38 Jahre lang um die Welt flog, Geschichte. Der „Abschiedsflug“ ist bereits seit Wochen ausgebucht. An Bord: vor allem Journalisten, aber auch Stammkunden, die sich ein letztes Mal verabschieden wollen. In München soll die Maschine durch einen Wasserbogen der Feuerwehr rollen und auch für die Landung in Berlin sei ein würdiger Abschied geplant, so Flughafensprecher Lars Wagner.

Wie geht es mit den Mitarbeitern weiter?

Etwa 8.000 Mitarbeiter haben bislang Vollzeit für Air Berlin gearbeitet. Die Lufthansa-Tochter Eurowings könnte nun bis zu 3.000 dieser Mitarbeiter einstellen, aber nur 1.700 davon werden von den Tochterfirmen Niki und LG Walter übernommen. Der Rest muss sich bewerben – 1.300 könnten also einen neuen Job bekommen.

Außerdem arbeiteten rund 1.200 Mitarbeiter in der Verwaltung von Air Berlin. Diese könnten in einer Auffanggesellschaft unterkommen.

Mitarbeiter der Technik-Tochter von Air Berlin haben bislang noch keine Zukunftsaussichten.

Einige Flugbegleiter wollen gegen die Kündigungen gerichtlich vorgehen.

Was passiert mit bereits gekauften Tickets?

Viele Fluggäste, die bei Air Berlin langfristig gebucht haben, verlieren ihr Geld, weil die Tickets verfallen. Von den rund 140 Air Berlin Maschinen werden ab Samstag 80 bis 90 am Boden bleiben. Weil der Verkauf von Teilen an die Lufthansa noch nicht abgeschlossen ist und mit anderen Interessenten wie Easyjet noch verhandelt wird, können nicht alle Engpässe behoben werden.

Aber: nach der EU-Fluggastrechteverordnung stehen je nach Flugstrecke 250, 400 oder 600 Euro zu, wenn der Flug kurzfristig gestrichen wird oder sich stark verspätet. Bei einer Annulierung muss die Airline eine Ersatzbeförderung anbieten oder eben die Kosten für das Ticket erstatten.

NICHT zahlen muss die Airline, wenn die Änderungen mindestens 14 Tage im Voraus angekündigt wurden.

Wer kauft was von Air Berlin?

Den größten Teil der Airline hat sich die Lufthansa gesichert. Sie übernimmt 81 der zuletzt 134 Flugzeuge für rund 210 Millionen Euro. Gespräche mit der Fluggesellschaft Easyjet haben bislang zu keinem Ergebnis geführt.

Werden Flüge jetzt teurer?

Die Lufthansa geht von steigenden Ticketpreisen aus. Denn: rund 200.000 Air Berlin-Tickets verlieren wegen der Insolvenz ihre Gültigkeit. Und die müssen jetzt bei der, oft teureren, Konkurrenz gebucht werden. Insgesamt kann man beobachten: Auf Kurzstrecken steigen schon jetzt die Preise. Aber: Urlaubsstrecken könnten sogar noch günstiger werden – denn: Bisherige Konkurrenten von Air Berlin wie TUIFly und Germania bauen gerade ihr Angebot aus – und beide sind eher günstige Anbieter.

  • 18.10.2017
  • 14:47 Uhr

„Ehrenrunde“ hat für Air Berlin-Besatzung ein Nachspiel

Der Kapitän sprach gegenüber dem ZDF von einem "würdigen und emotionalen Abschluss".

Nach Angaben eines Air Berlin-Sprechers handelte es sich "um ein Durchstartmanöver in vorgeschriebener Höhe in Absprache mit dem Fluglotsen".

Die aufsehenerregende „Ehrenrunde“ eines Air Berlin-Piloten über dem Flughafen Düsseldorf bleibt nicht folgenlos. Kapitän und Besatzung wurden vom Dienst suspendiert.

Die Besatzung sei derzeit nicht im Flugdienst, teilte Air Berlin mit. Dies sei ein „normaler Prozess“ bei der Untersuchung derartiger Vorfälle. Das Flugzeug mit mehr als 200 Passagieren aus Miami war am Montag kurz vor der Landung durchgestartet und nach links über den Düsseldorfer Airport abgedreht.

Nach einer Runde brachte der Pilot Flug AB7001 sicher zu Boden. In der ZDF-Sendung „Frontal 21“ wurde der Pilot mit den Worten zitiert: „Wir wollten ein Zeichen setzen, einen würdigen und emotionalen Abschluss.“

Das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) erklärte gestern, Air Berlin sei um ein Stellungnahme zu dem Manöver der A330 gebeten worden. Eine Antwort stehe noch aus.

  • 17.10.2017
  • 09:29 Uhr

Air Berlin-Pilot sagt auf seine Weise „Goodbye“

Airbus dreht "Ehrenrunde" über dem Flughafen Düsseldorf – im Tower brandet Applaus auf.

Eine Verabschiedung der besonderen Art legte ein Air Berlin-Pilot am Montag am Flughafen Düsseldorf hin. Knapp 30 Meter über der Landebahn startete der Airbus A330-200 durch, um dann eine spektakuläre „Ehrenrunde“ zu drehen.

 

 

Bei „Flightradar24“ war von einem sogenannten „go around“ die Rede, kurz bevor Flug AB7001 dann gegen 08:02 lokaler Zeit landete.

 

 

Laut der „Bild“ unter Berufung auf die Flugsicherung habe der Pilot zuvor die Erlaubnis zum Durchstarten eingeholt, weil er Probleme mit dem Fahrwerk gehabt habe.

 

 

Dass die „Ehrenrunde“ letztlich doch nicht so spontan war, wie man vielleicht glauben machen wollte, belegt dieses Video:

 

 

Und auch im Tower war man über die Aktion offenbar informiert. Ein Mann ist zu hören, der sagt: „Der ist zu hoch – zu hoch“, doch dann kommen erste Lacher auf. Unter Klatschen und vereinzelten „Mega“-Rufen passiert Flug AB7001 im Vorbeiflug den Tower. „Wir sind auch alle ganz begeistert“, hört man am Ende des Videos eine Frau sagen.

 

 

Wie die „Bild“ weiter berichtet, hielten sich zum Zeitpunkt der Aktion auch mehrere Air Berlin-Mitarbeiter auf der Besucherterrasse des Flughafen Düsseldorfs auf. Gegenüber dem „Express“ verneinte die Fluglinie allerdings eine mögliche Absprache.

 

 

Die insolvente Fluglinie Air Berlin stellte zum 16. Oktober alle Langstreckenverbindungen ein. Flug Ab7001 war somit zum letzten Mal von Miami (US-Bundesstaat Florida) nach Düsseldorf geflogen. Der wirklich letzte Flug von Air Berlin geht am 27. Oktober von München nach Berlin. Die Maschine mit der Flugnummer AB6210 startet planmäßig um 21.35 Uhr in München und ist zur Ankunft in Berlin-Tegel um 22.45 Uhr vorgesehen.

© 2017 RTL II News | Alle Rechte vorbehalten.