• 21.04.2017
  • 17:35 Uhr

Motiv des BVB-Attentäters: Geldgier

Der mutmaßliche Einzeltäter wurde in Tübingen von Spezialkräften der Polizei festgenommen.

Nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund vor zehn Tagen, wurde der mutmaßliche Täter festgenommen. Um kurz vor 6 Uhr schlugen die Polizeibeamten in Baden-Württemberg zu. Festgenommen wurde der 28-jährige Russe Sergej W., der sich auf dem Weg zu seiner Arbeit in Tübingen befand. Die Bundesanwaltschaft erließ am späten Nachmittag Haftbefehl gegen ihn. W. sitzt nun in Untersuchungshaft.

Laut NRW-Innenminister Ralf Jäger wollte der 28-Jährige mit der Tat möglicherweise einen Millionengewinn erzielen. Der Mann habe 79.000 Euro investiert, um entsprechende Aktienoptionsscheine zu kaufen, so Jäger. Wären die Kurse nach dem Anschlag wie erhofft stark gefallen, hätte sich das auszahlen können. Jäger sprach von einem „niederträchtigen Motiv, mit hoher Kriminalität und Professionalität umgesetzt“. 

Der SPD-Minister sagte, es gebe „eine Fülle von Indizien“, die auf den Tatverdächtigen hinwiesen. Der Mann habe unter anderem auf ein spezielles Hotelzimmer mit Außenblick auf den Tatort bestanden, er habe über eine Netzwerkadresse des Hotels 16.000 sogenannte Aktien-Optionsscheine des BVB erworben und kenne sich beruflich enorm gut mit Elektrotechnik aus.

W. wird versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Zur Zeit wird noch nach zwei weiteren Komplizen gefahndet. Sie sollen am Transport der Sprengsätze beteiligt gewesen sein.

  • 15.04.2017
  • 17:14 Uhr

Nach BVB-Anschlag: Wo ist die heiße Spur?

Nach dem Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus des BVB ist ein drittes Bekennerschreiben aufgetaucht.

Die Mail mit  rechtsextremistischen Inhalten ging am Donnerstagabend beim Berliner „Tagesspiegel“ ein. Der Brief wird nun von der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe auf seine Echtheit überprüft. In den Sicherheitsbehörden gibt es offenbar Zweifel, dass der oder die Verfasser tatsächlich etwas mit den Bombenexplosionen zu tun haben. Für eine abschließende Bewertung sei es aber noch zu früh. Das vergrößert das Rätselraten über die  Hintergründe des Attentats vom vergangenen Dienstag weiter.

Der anonyme Verfasser bezieht sich demnach auf Adolf Hitler, hetzt gegen „Multi Kulti“ und droht mit einem weiteren Angriff. Nach Informationen der Deutschen Presse Agentur aus Sicherheitskreisen wird ausdrücklich die Asyl- und Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel kritisiert. Am 22. April werde „buntes Blut fließen“. Der „Trupp Köln“ stehe bereit. Die Drohung zielt nach Einschätzung aus Sicherheitskreisen vermutlich auf die zu erwartenden linken Demonstranten gegen den an diesem Tag in Köln stattfindenden AfD-Bundesparteitag.

Sprengstoff aus Bundeswehr-Beständen?

Das Bundeskriminalamt kann immer noch keine Aussagen über den Sprengstoff machen, der verwendet wurde. Die „Welt am Sonntag“ hatte Ermittlerkreise mit den Worten zitiert: „Der Sprengstoff in den Rohrbomben, die mit Metallstiften gefüllt waren, stammt eventuell aus Beständen der Bundeswehr. Aber das wird noch geprüft.“

Erhöhte Polizeipräsenz bei BVB-Spiel

Mit verstärkter Polizeipräsenz und erhöhter Vorsicht hat sich die Polizei in Dortmund auf das erste Bundesliga-Heimspiel des BVB nach dem Anschlag vorbereitet. Um größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten, werde das Umfeld um das Stadion genau kontrolliert. Eine gute Nachricht gibt es auch noch: Der verletzte Marc Bartra ist vier Tage nach dem Sprengstoffanschlag aus dem Krankenhaus entlassen worden:

 

  • 13.04.2017
  • 14:16 Uhr

Dortmund: Zweiter Mann nicht mehr verdächtig

Die Bundesanwaltschaft bestätigt: Sie haben nicht die Richtigen.

Im BGH findet die Haftprüfung des Verdächtigen statt.

Auch gegen den zweiten Mann, der nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund in Verdacht geraten war, hat sich „der Tatverdacht nicht erhärtet“. Das teilte jetzt die Sprecherin der Bundesanwaltschaft mit. Es soll keine Hinweise geben, dass der Mann in den Anschlag verwickelt gewesen sei.

Neben dem 28-jährigen Deutschen aus Fröndenberg bei Unna wurde auch ein weiterer Mann dringend tatverdächtigt: Ein 26-jähriger Iraker – auch in seinem Fall gibt es aber keine Beweise, dass er an der Tat beteiligt war. Er wurde heute trotzdem dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, weil er Mitglied des IS sein soll.

Die Hintergründe des Anschlags auf Borussia Dortmund sind somit weiter unklar. Die Bundesanwaltschaft geht nach wie vor von einem terroristischen Hintergrund aus. Zwingend sei dies allerdings nicht, so eine Sprecherin.

 

  • 13.04.2017
  • 11:31 Uhr

Dortmund: Haftbefehl gegen Iraker

... auch wenn es für eine Tatbeteiligung keine Beweise gibt.

Über den Haftbefehl entscheidet der Bundesgerichtshof.

Die Bundesanwaltschaft hat zwar bislang keine Beweise, dass ein festgenommener Iraker am Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund beteiligt gewesen ist. Die Behörde beantragte am Donnerstag aber trotzdem Haftbefehl gegen den 26-jährigen. Grund: Er soll IS-Mitlglied sein und im Irak eine zehnköpfige Einheit der Terrormiliz angeführt haben. Die Hintergründe des Anschlags auf Borussia Dortmund sind somit weiter unklar.

Laut Bundesanwaltschaft soll der 26-jährige Beschuldigte sich spätestens Ende 2014 dem IS angeschlossen haben. Seine Einheit soll Entführungen, Verschleppungen, Erpressungen und auch Tötungen vorbereitet haben. Er soll selbst gekämpft haben. Im März 2015 reiste er laut Bundesanwaltschaft in die Türkei, von wo er Anfang 2016 wieder nach Deutschland zurückkehrte. Aus der Bundesrepublik unterhielt der Beschuldigte demnach weiterhin Kontakte zu IS-Mitgliedern.

Der Beschuldigte sollte am Vormittag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden, der über den Erlass eines Haftbefehls und die Anordnung von Untersuchungshaft entscheiden wird. „Die Ermittlungen haben bislang keinen Beleg dafür ergeben, dass der Beschuldigte an dem Anschlag beteiligt gewesen ist“, teilte die Bundesanwaltschaft mit.

Bei einem zweiten Verdächtigen handelte es sich um einen 28-jährigen Deutschen aus Fröndenberg im Kreis Unna. Bei beiden waren nach Angaben der Bundesanwaltschaft die Wohnungen durchsucht worden. Bei dem Anschlag auf den Mannschaftsbus waren am Dienstagabend drei Sprengsätze mit Metallstiften nahe dem Mannschaftsbus von Borussia Dortmund detoniert. Der spanische BVB-Verteidiger Marc Bartra und ein Polizist wurden verletzt. Das Team war auf den Weg zum Champions-League-Heimspiel gegen den AS Monaco, dass dann am Mittwochabend nachgeholt wurde

Die Polizei hatte am Anschlagsort drei gleichlautende Bekennerschreiben mit islamistischem Inhalt gefunden. Sicherheitskreise sprachen von einem für Islamisten eher untypischen Vorgehen. So gebe es auf dem Schreiben keinerlei IS-Symbole wie etwa die typische Fahne.

Der Generalbundesanwalt in Karlsruhe vermutet einen terroristischen Hintergrund. Unklar ist aber, von welcher Seite. Die Polizei schloss einen islamistischen Hintergrund genauso wenig aus wie gewaltbereite Fußballfans, Rechtsextreme oder Erpresser.

  • 12.04.2017
  • 19:33 Uhr

Anschlag auf BVB-Bus: Die Fakten

Es gab zwar schon eine Festnahme, doch vieles ist noch unklar.

Am Dienstag explodierten kurz vor dem angesetzten Champions-League-Spiel gegen den AS Monaco drei Sprengsätze nahe dem BVB-Bus. Der Dortmunder Abwehrspieler Marc Bartra und ein Motorradpolizist werden verletzt. Fest steht mittlerweile, dass es ein gezielter Angriff auf die Borussia war. Die Ermittlungen führt die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe.

    Gesichert ist:
  1. Die drei Sprengsätze waren in einer Hecke versteckt und mit Metallstiften bestückt. Ein Stift bohrte sich in die Kopfstütze eines Bussitzes. Die Bundesanwaltschaft spricht von einem terroristischen Hintergrund der Tat.
  2. Am Anschlagsort wurden drei Bekennerschreiben mit gleichem Text gefunden. Darin wird der Abzug von Tornado-Kampfflugzeugen der Bundeswehr aus Syrien und die Schließung des US-Luftwaffenstützpunktes Ramstein gefordert.
  3. Die Polizei nahm einen 25-jährigen Iraker aus Wuppertal als Tatverdächtigen fest. Ihm wird eine Nähe zur Terrormiliz IS vorgeworfen. Bei einem zweiten Verdächtigen handelt es sich um einen 28-jährigen Deutschen aus Fröndenberg im Kreis Unna. Bei beiden wurden die Wohnungen durchsucht.
  4.  Ein weiteres Bekennerschreiben tauchte im Internet auf. Darin wird ein linksextremistischer Hintergrund des Anschlags behauptet. Es bestehen allerdings „erhebliche Zweifel an der Echtheit“.

Unklar ist:

  1. Hielten sich die beiden Verdächtigen am Dienstag nahe dem Tatort auf?
  2. Was wurde bei den Durchsuchungen gefunden?
  3. Was für ein Motiv hatte(n) der oder die Täter?
  4. Der Zündmechanismus und die Art des Sprengstoffes sind noch unklar. Auch ist nicht bekannt, wie und von wem die Sprengsätze gebaut wurden.

© 2017 RTL II News | Alle Rechte vorbehalten.