• 12.05.2017
  • 19:18 Uhr

Geheime Notizen belasten mutmaßlichen BVB-Bomber

Bislang fehlten handfeste Beweise gegen Sergej W.

Handschriftliche Notizen sollen den Hauptverdächtigen im Fall des Bombenanschlags auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund überführen. Denn bislang fehlten der Polizei handfeste Beweise gegen den Tatverdächtigen Sergej W.

Die Notizen, die in der Wohnung des mutmaßlichen Täters in Rottenburg am Neckar gefunden wurden, sollen konkrete Anschlagsplanungen enthalten. Das berichten die „Süddeutsche Zeitung“ und der „Spiegel“ unter Berufung auf Ermittlerkreise. Demnach sollen einige der Notizen auf russisch und in kyrillischer Schrift verfasst worden sein und den am Anschlag verwendeten Zünder beschreiben.

Der Anschlag auf den BVB-Bus geschah bereits am 11. April, kurz vor dem Champions-League-Viertelfinalspiel gegen den AS Monaco. Bei der Abfahrt des Busses vor dem Dortmunder Mannschaftshotel explodierten mehrere Sprengsätze. Ein Spieler und ein Polizist wurden verletzt.

Am 21. April war der Deutsch-Russe in Tübingen dann festgenommen worden. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Bislang bestreitet er die Tat.

  • 29.04.2017
  • 11:13 Uhr

Zecken sollen BVB-Attentäter überführen

Sergej W. bestreitet für den Anschlag verantwortlich zu sein.

Nach der Festnahme des mutmaßlichen Attentäters auf den Mannschaftsbus des BVB, bestreitet der 28-jährige Sergej W. weiterhin die Tat begangen zu haben. Jetzt wollen die Ermittler ihm mit Zecken auf die Spur kommen.

Laut „Spiegel“-Informationen soll sich der Deutsch-Russe nach dem Anschlag bei einer Massage Zecken aus dem Rücken ziehen. Diese könnten aus der Hecke stammen, in der die drei Sprengsätze versteckt waren.

In Deutschland gibt es mehr als 10 verschiedene Zeckenarten. Beim Biss geben die Tiere ihren Speichel direkt in die Blutbahn ab. Lässt sich nun nachweisen, dass Sergej W. von Zecken aus der Bomben-Hecke gebissen wurde, wäre es ein Beweis, dass er dort gewesen sein muss.

  • 21.04.2017
  • 17:35 Uhr

Motiv des BVB-Attentäters: Geldgier

Der mutmaßliche Einzeltäter wurde in Tübingen von Spezialkräften der Polizei festgenommen.

Nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund vor zehn Tagen, wurde der mutmaßliche Täter festgenommen. Um kurz vor 6 Uhr schlugen die Polizeibeamten in Baden-Württemberg zu. Festgenommen wurde der 28-jährige Russe Sergej W., der sich auf dem Weg zu seiner Arbeit in Tübingen befand. Die Bundesanwaltschaft erließ am späten Nachmittag Haftbefehl gegen ihn. W. sitzt nun in Untersuchungshaft.

Laut NRW-Innenminister Ralf Jäger wollte der 28-Jährige mit der Tat möglicherweise einen Millionengewinn erzielen. Der Mann habe 79.000 Euro investiert, um entsprechende Aktienoptionsscheine zu kaufen, so Jäger. Wären die Kurse nach dem Anschlag wie erhofft stark gefallen, hätte sich das auszahlen können. Jäger sprach von einem „niederträchtigen Motiv, mit hoher Kriminalität und Professionalität umgesetzt“. 

Der SPD-Minister sagte, es gebe „eine Fülle von Indizien“, die auf den Tatverdächtigen hinwiesen. Der Mann habe unter anderem auf ein spezielles Hotelzimmer mit Außenblick auf den Tatort bestanden, er habe über eine Netzwerkadresse des Hotels 16.000 sogenannte Aktien-Optionsscheine des BVB erworben und kenne sich beruflich enorm gut mit Elektrotechnik aus.

W. wird versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Zur Zeit wird noch nach zwei weiteren Komplizen gefahndet. Sie sollen am Transport der Sprengsätze beteiligt gewesen sein.

  • 15.04.2017
  • 17:14 Uhr

Nach BVB-Anschlag: Wo ist die heiße Spur?

Nach dem Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus des BVB ist ein drittes Bekennerschreiben aufgetaucht.

Die Mail mit  rechtsextremistischen Inhalten ging am Donnerstagabend beim Berliner „Tagesspiegel“ ein. Der Brief wird nun von der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe auf seine Echtheit überprüft. In den Sicherheitsbehörden gibt es offenbar Zweifel, dass der oder die Verfasser tatsächlich etwas mit den Bombenexplosionen zu tun haben. Für eine abschließende Bewertung sei es aber noch zu früh. Das vergrößert das Rätselraten über die  Hintergründe des Attentats vom vergangenen Dienstag weiter.

Der anonyme Verfasser bezieht sich demnach auf Adolf Hitler, hetzt gegen „Multi Kulti“ und droht mit einem weiteren Angriff. Nach Informationen der Deutschen Presse Agentur aus Sicherheitskreisen wird ausdrücklich die Asyl- und Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel kritisiert. Am 22. April werde „buntes Blut fließen“. Der „Trupp Köln“ stehe bereit. Die Drohung zielt nach Einschätzung aus Sicherheitskreisen vermutlich auf die zu erwartenden linken Demonstranten gegen den an diesem Tag in Köln stattfindenden AfD-Bundesparteitag.

Sprengstoff aus Bundeswehr-Beständen?

Das Bundeskriminalamt kann immer noch keine Aussagen über den Sprengstoff machen, der verwendet wurde. Die „Welt am Sonntag“ hatte Ermittlerkreise mit den Worten zitiert: „Der Sprengstoff in den Rohrbomben, die mit Metallstiften gefüllt waren, stammt eventuell aus Beständen der Bundeswehr. Aber das wird noch geprüft.“

Erhöhte Polizeipräsenz bei BVB-Spiel

Mit verstärkter Polizeipräsenz und erhöhter Vorsicht hat sich die Polizei in Dortmund auf das erste Bundesliga-Heimspiel des BVB nach dem Anschlag vorbereitet. Um größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten, werde das Umfeld um das Stadion genau kontrolliert. Eine gute Nachricht gibt es auch noch: Der verletzte Marc Bartra ist vier Tage nach dem Sprengstoffanschlag aus dem Krankenhaus entlassen worden:

 

  • 13.04.2017
  • 14:16 Uhr

Dortmund: Zweiter Mann nicht mehr verdächtig

Die Bundesanwaltschaft bestätigt: Sie haben nicht die Richtigen.

Im BGH findet die Haftprüfung des Verdächtigen statt.

Auch gegen den zweiten Mann, der nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund in Verdacht geraten war, hat sich „der Tatverdacht nicht erhärtet“. Das teilte jetzt die Sprecherin der Bundesanwaltschaft mit. Es soll keine Hinweise geben, dass der Mann in den Anschlag verwickelt gewesen sei.

Neben dem 28-jährigen Deutschen aus Fröndenberg bei Unna wurde auch ein weiterer Mann dringend tatverdächtigt: Ein 26-jähriger Iraker – auch in seinem Fall gibt es aber keine Beweise, dass er an der Tat beteiligt war. Er wurde heute trotzdem dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, weil er Mitglied des IS sein soll.

Die Hintergründe des Anschlags auf Borussia Dortmund sind somit weiter unklar. Die Bundesanwaltschaft geht nach wie vor von einem terroristischen Hintergrund aus. Zwingend sei dies allerdings nicht, so eine Sprecherin.

 

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