• 08.01.2018
  • 10:32 Uhr

BVB-Bomber gesteht Tat vor Gericht

Sergej W. bestreitet aber eine Tötungsabsicht.

Seit April sitzt der Angeklagte in Untersuchungshaft.

Im Prozess um den Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund, hat der Angeklagte Sergej W. die Tat gestanden. „Ich bedaure mein Verhalten zutiefst“, so der 28-Jährige am zweiten Verhandlungstag vor dem Dortmunder Schwurgericht. Eine Tötungsabsicht bestritt er jedoch. Angeblich habe er nur einen Anschlag vortäuschen wollen, um dann mit Spekulationen an der Börse Geld zu verdienen.

Der Deutsche mit russischen Wurzeln ist wegen 28-fachen versuchten Mordes, der vollendeten gefährlichen Körperverletzung und des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion angeklagt.

Laut seines Verteidigers soll Sergej W. außerdem nach der Trennung seiner Freundin keinen Sinn mehr im Leben gesehen haben.

Am 11. April 2017 hatte er drei Splitterbomben in der Nähe des BVB-Team-Hotels in Dortmund gezündet. Dabei wurde der BVB-Spieler Marc Bartra schwer am Arm verletzt, ein Polizist erlitt ein Knalltrauma. Laut Anklage wettete Sergej W. mit Optionsscheinen auf einen fallenden Kurs der BVB-Aktie. Wäre der Kurs nach dem Anschlag tatsächlich auf einen Euro abgerutscht, hätte er über eine halbe Million Euro Gewinn gemacht.

Seit 21. April 2017 sitzt Sergej W. in Untersuchungshaft.

  • 21.12.2017
  • 15:45 Uhr

BVB-Attentäter schweigt vor Gericht

Der Verteidiger von Sergej W. ging dafür in die Offensive.

Heute hat vor dem Dortmunder Landgericht der Prozess gegen den Mann begonnen, der vor gut acht Monaten einen Splitterbomben-Anschlag auf das Team von Borussia Dortmund verübt haben soll. Am ersten Verhandlungstag schwieg Sergej W. zu den schweren Vorwürfen. Im Mittelpunkt stand vielmehr sein Verteidiger Carl W. Heydenreich.

Heydenreich erklärte, dass von einem gezielten Attentat keine Rede sein könne. „Es liegt doch nahe, dass der Bus gar nicht getroffen werden sollte“, sagte er. Schließlich seien nur zwei von Hunderten Metallstiften in das Fahrzeug eingedrungen. „Und der Bus ist ja kein Kleinwagen.“ Es wurde auch ein Vergleich zu einem frei vor dem Tor stehenden Stürmer gezogen. Damit wollte der Verteidiger aber nicht zum Ausdruck bringen, dass sein Mandant die Bomben gezündet habe.

Anwalt Heydenreich regte zudem an, Oberstaatsanwalt Carsten Dombert wegen Befangenheit von der Sitzung abzuziehen. Dieser sei voreingenommen und habe eine „beispiellose Verleumdungskampagne“ gegen den Angeklagten geführt, indem er einseitig ermittelt und offensichtlich Akteninhalte an Medienvertreter gegeben habe. Dombert wies die Vorwürfe zurück.

Sergej W. ist dringend tatverdächtig, am 11. April 2017 drei Sprengsätze gezündet zu haben, als der mit 27 Personen besetzte Mannschaftsbus gerade am Dortmunder Teamhotel abgefahren war. Die Anklage lautet auf 28-fachen Mordversuch.

Als Nebenkläger in dem Prozess tritt unter anderem auch BVB-Spieler Marc Bartra auf, der bei der Attacke einen Bruch des Unterarms erlitten hatte. Sein Anwalt stellte einen Schmerzensgeldantrag über mindestens 15.000 Euro.

  • 12.05.2017
  • 19:18 Uhr

Geheime Notizen belasten mutmaßlichen BVB-Bomber

Bislang fehlten handfeste Beweise gegen Sergej W.

Handschriftliche Notizen sollen den Hauptverdächtigen im Fall des Bombenanschlags auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund überführen. Denn bislang fehlten der Polizei handfeste Beweise gegen den Tatverdächtigen Sergej W.

Die Notizen, die in der Wohnung des mutmaßlichen Täters in Rottenburg am Neckar gefunden wurden, sollen konkrete Anschlagsplanungen enthalten. Das berichten die „Süddeutsche Zeitung“ und der „Spiegel“ unter Berufung auf Ermittlerkreise. Demnach sollen einige der Notizen auf russisch und in kyrillischer Schrift verfasst worden sein und den am Anschlag verwendeten Zünder beschreiben.

Der Anschlag auf den BVB-Bus geschah bereits am 11. April, kurz vor dem Champions-League-Viertelfinalspiel gegen den AS Monaco. Bei der Abfahrt des Busses vor dem Dortmunder Mannschaftshotel explodierten mehrere Sprengsätze. Ein Spieler und ein Polizist wurden verletzt.

Am 21. April war der Deutsch-Russe in Tübingen dann festgenommen worden. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Bislang bestreitet er die Tat.

  • 29.04.2017
  • 11:13 Uhr

Zecken sollen BVB-Attentäter überführen

Sergej W. bestreitet für den Anschlag verantwortlich zu sein.

Nach der Festnahme des mutmaßlichen Attentäters auf den Mannschaftsbus des BVB, bestreitet der 28-jährige Sergej W. weiterhin die Tat begangen zu haben. Jetzt wollen die Ermittler ihm mit Zecken auf die Spur kommen.

Laut „Spiegel“-Informationen soll sich der Deutsch-Russe nach dem Anschlag bei einer Massage Zecken aus dem Rücken ziehen. Diese könnten aus der Hecke stammen, in der die drei Sprengsätze versteckt waren.

In Deutschland gibt es mehr als 10 verschiedene Zeckenarten. Beim Biss geben die Tiere ihren Speichel direkt in die Blutbahn ab. Lässt sich nun nachweisen, dass Sergej W. von Zecken aus der Bomben-Hecke gebissen wurde, wäre es ein Beweis, dass er dort gewesen sein muss.

  • 21.04.2017
  • 17:35 Uhr

Motiv des BVB-Attentäters: Geldgier

Der mutmaßliche Einzeltäter wurde in Tübingen von Spezialkräften der Polizei festgenommen.

Nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund vor zehn Tagen, wurde der mutmaßliche Täter festgenommen. Um kurz vor 6 Uhr schlugen die Polizeibeamten in Baden-Württemberg zu. Festgenommen wurde der 28-jährige Russe Sergej W., der sich auf dem Weg zu seiner Arbeit in Tübingen befand. Die Bundesanwaltschaft erließ am späten Nachmittag Haftbefehl gegen ihn. W. sitzt nun in Untersuchungshaft.

Laut NRW-Innenminister Ralf Jäger wollte der 28-Jährige mit der Tat möglicherweise einen Millionengewinn erzielen. Der Mann habe 79.000 Euro investiert, um entsprechende Aktienoptionsscheine zu kaufen, so Jäger. Wären die Kurse nach dem Anschlag wie erhofft stark gefallen, hätte sich das auszahlen können. Jäger sprach von einem „niederträchtigen Motiv, mit hoher Kriminalität und Professionalität umgesetzt“. 

Der SPD-Minister sagte, es gebe „eine Fülle von Indizien“, die auf den Tatverdächtigen hinwiesen. Der Mann habe unter anderem auf ein spezielles Hotelzimmer mit Außenblick auf den Tatort bestanden, er habe über eine Netzwerkadresse des Hotels 16.000 sogenannte Aktien-Optionsscheine des BVB erworben und kenne sich beruflich enorm gut mit Elektrotechnik aus.

W. wird versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Zur Zeit wird noch nach zwei weiteren Komplizen gefahndet. Sie sollen am Transport der Sprengsätze beteiligt gewesen sein.

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