• 12.09.2017
  • 16:19 Uhr

Bundesweite Razzien: Kampf gegen Scheinehen

Die Bande vermittelte Scheinehen zwischen nigerianischen Männern und portugiesischen Frauen.

Die Bundespolizei, die Berliner Polizei und Europol stellten zahlreiche Beweise sicher, darunter Pässe, EU-Aufenthaltskarten, Handys, Speicherkarten,  Computer und rund 300.000 Euro. (Motivbild)

Im Morgengrauen startete die Großrazzia der Polizei – und zwar gleich in mehreren Bundesländern. Allein in Berlin wurden 41 Wohnungen durchsucht. Vier Frauen im Alter von 46 bis 64 Jahren und ein 50-jähriger Mann wurden festgenommen. Sie sollen die Köpfe einer Schleuserbande sein.

Die Bande verkaufte offenbar betrügerische Ehen zwischen Männern aus Nigeria und Frauen aus Portugal. Die nigerianischen Männer zahlten dafür bis zu 13.000 Euro für eine Scheinehe mit einer portugiesischen Frau. Auf diese Weise erhielten sie eine Aufenthaltserlaubnis für Europa.

Die Schleuserbanden gingen wie folgt vor: Sie warben die Frauen in Portugal an und brachten sie dann für einige Tage nach Berlin. Gleichzeitig besorgten die Betrüger gefälschte Eheurkunden aus Nigeria. Mit den Unterlagen gingen sie dann zu einer deutschen Ausländerbehörde, um sich dort eine Aufenthaltsbescheinigung für die Europäische Union ausstellen zu lassen. Danach reisten die portugiesischen Frauen wieder in ihre Heimat. Sie bekamen einen Teil vom Geld, den Rest strich die Schleuserbande ein.

Durchsuchungen gab es auch in Potsdam, Frankfurt am Main und im sächsischen Görlitz, diese fanden vor allem in Wohnungen von verdächtigen Scheinehepaaren statt. Die Beamten prüften, ob die Räumlichkeiten überhaupt für Paare geeignet sind.

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