• 31.08.2017
  • 15:12 Uhr

Gabriel rudert zurück: „Rennen ist noch völlig offen“

Zuvor hatte der Vizekanzler der SPD wenig Siegchancen zugesprochen.

Ein Sieg bei der Bundestagswahl scheint für die SPD derzeit außer Reichweite.

Es war eine Aussage, die wenige Wochen vor der Bundestagswahl für Aufregung sorgte. Vizekanzler und früherer SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel hatte in einem SPIEGEL-Interview am Mittwoch ausgesagt, Martin Schulz habe keine Chance mehr Bundeskanzler zu werden. Zumindest falls es zu einer großen Koalition kommen sollte.

„Was sagen Sie eigentlich zur Fortsetzung der Großen Koalition. Soll ich dann sagen: Ist eigentlich ’ne gute Idee. Weil, da kann der Schulz schon mal einpacken, weil dabei wird er dann nicht Kanzler“, so Gabriel. Kurz: eine Große Koalition sei für die SPD keine Option.

Um Missverständnisse aus der Welt zu schaffen, ruderte Gabriel heute nochmals zurück. Die SPD verschickte heute nochmals eine Richtigstellung:

„Der frühere SPD-Vorsitzende und Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat nochmals bekräftigt, dass seine Partei mit dem Kanzlerkandidaten Martin Schulz den Anspruch erhebe, den nächsten Kanzler der Bundesrepublik Deutschland zu stellen und Angela Merkel abzulösen.“

Auch Gabriel äußerte sich persönlich: „Das Rennen um die Kanzlerschaft ist völlig offen, denn fast 50 Prozent der Menschen sind noch nicht entschieden. Fast 20 Millionen Menschen wollen sich das TV Duell am kommenden Sonntag ansehen. Und ich weiß, dass Martin Schulz dort seine Chance vor einem Millionenpublikum nutzen wird.“

  • 31.08.2017
  • 08:40 Uhr

Gabriel zweifelt am Wahlsieg

Der SPD-Vizekanzler glaubt offenbar nicht mehr daran, dass seine SPD stärkste Partei werden kann.

Ein Sieg bei der Bundestagswahl scheint für die SPD derzeit außer Reichweite.

Noch etwas mehr als drei Wochen bis zur Bundestagswahl und innerhalb der SPD macht sich Ernüchterung breit. So glaubt Sigmar Gabriel (SPD) offenbar schon nicht mehr daran, dass die Sozialdemokraten stärkste Kraft werden können.

„Eine große Koalition ist deshalb nicht sinnvoll, weil damit die SPD nicht den Kanzler stellen kann“, sagte er in einem „Spiegel“-Interview. Den Kanzler kann die SPD in einem solchen Bündnis nur stellen, wenn sie stärker als CDU und CSU zusammen wird.

Und danach sieht es aktuell überhaupt nicht aus. In einer aktuellen forsa-Umfrage im Auftrag des stern und RTL liegt die SPD mit 24 Prozent deutlich hinter der Union, die auf 38 Prozent kommt.

Absage auch an Rot-Rot-Grün

Gabriel verwies in dem Interview auf den Anspruch von Schulz, Kanzler zu werden, machte aber gleichzeitig deutlich, dass er das bei einer großen Koalition für unrealistisch hält. „Weil da kann der Schulz schon mal einpacken, weil dabei wird er dann nicht Kanzler“, so der Bundesaußenminister.

Nach den derzeitigen Umfragen gibt es aber auch keine andere Koalitionsoption, bei der die SPD den Kanzler stellen könnte. Weder ein Bündnis mit Linken und Grünen noch eine Ampelkoalition mit FDP und Grünen reichen für eine Mehrheit.

Der Linken sprach Gabriel ohnehin die Regierungsfähigkeit ab: „Mit einer Partei, die in Wahrheit zwei Parteien sind, und die in sich Positionen zulässt, die auch die AfD einnimmt, zu Europa zum Beispiel und zum Euro, da wird das nix“. Damit wäre dann auch die Option eines möglichen rot-rot-grünen Bündnisses vom Tisch.

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