• 04.09.2017
  • 06:45 Uhr

#fragendiefehlen: Merkel und Schulz im TV-Duell

Die Themenauswahl beim TV-Duell zwischen Angela Merkel und Martin Schulz hat nicht jeden überzeugt.

Wenn das Netz beim TV-Duell zwischen Angela Merkel (CDU) und Martin Schulz (SPD) moderiert hätte, gäbe es viele andere Themen zum Diskutieren. Auf Twitter schrieben die User unter dem Hashtag #fragendiefehlen, was sie die Konkurrenten wirklich gefragt hätten.

Viele vermissten Fragen zu sozialer Gerechtigkeit oder Digitalisierung

Eine Nutzerin fragte Martin Schulz: „Wann wird Bildung in Deutschland wieder unabhängig vom sozialen Status?“ An die Kanzlerin gerichtet fragte ein anderer: „Frau Merkel, in ihrer Regierungszeit ist die Ungleichheit immer größer geworden. Wie ändern sie das?“ Inklusion, Video-Überwachung, Klima und Tierschutz waren Themen, die User auf Twitter viel mehr interessierten. Stattdessen waren die Hauptthemen: Flüchtlinge, Rente, Diesel und der Konflikt mit der Türkei. Und genau diese Themenauswahl hat nicht jeden überzeugt.

Umfragen zeigen: Kanzlerin Merkel hat das TV-Duell gewonnen

Blitzumfragen von ARD und ZDF sahen die CDU-Chefin am Sonntagabend vorne. Schulz hätte somit seine Chance verpasst, kurz vor der Wahl die Stimmen und Zuschauer für sich zu gewinnen. Schulz hatte versucht, Merkel bei zentralen Themen in Bedrängnis zu bringen.

Nach ARD-Angaben lag Merkel mit 55 zu 35 Prozent klar vorne. Im ZDF war es viel knapper: Hier kam die Kanzlerin auf 32 Prozent Zustimmung, Schulz auf 29 Prozent. 39 Prozent der Befragten waren unentschieden. Laut ARD war Merkel in ihren drei TV-Duellen als Kanzlerin noch nie so klar vorn. Dabei hatte sich der SPD-Vorsitzende angriffslustig gezeigt.

Schulz warf der Kanzlerin schwere Fehler in der Flüchtlingskrise vor

Merkel habe sich im Herbst 2015 nicht mit den europäischen Partnern abgestimmt. Merkel verteidigte in dem live übertragenen Schlagabtausch ihre Entscheidung von vor zwei Jahren, in Ungarn festsitzenden Migranten und Flüchtlingen den Weg nach Deutschland zu ebnen. „Wir haben damals eine sehr dramatische Situation gehabt.“ Sie habe nicht anders handeln können. „Es musste entschieden werden.“

Schulz für einen Stopp der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei

„Wenn ich Kanzler werde, werde ich (…) die Beitrittsverhandlungen der Türkei mit der Europäischen Union abbrechen.“ Er ergänzte mit Blick auf die jüngste Festnahme zweier Deutscher in der Türkei: „Es ist ein Punkt erreicht, in dem wir die wirtschaftlichen Beziehungen, die Finanzbeziehungen, die Zollunion und die Beitrittsverhandlungen zur Europäischen Union beenden müssen.“ Merkel verwies darauf, dass der Abbruch der Beitrittsverhandlungen einstimmig von allen EU-Mitgliedstaaten beschlossen werden müsse.

Merkel eine „All-inclusive-Kanzlerin“?

Auf diese Frage sagte Merkel, die Herausforderungen seien immer andere. Sie ergänzte: „Jeder Mensch verändert sich im Laufe seines Lebens.“ Merkel betonte, je mehr Menschen zur Wahl gehen, um so weniger Chancen hätten die Parteien an den politischen Rändern.

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