• 16.09.2016
  • 19:15 Uhr

Rot-Rot-Grün in Berlin: Kann das funktionieren?

'Ja', sagen zumindest drei Nachwuchspolitiker, die wir vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus getroffen haben.

Es ist einer der letzten heißen Tage in Berlin. Die Menschen sind gerne draußen. „Hmmm“, sagt Alex Jahns. „Nicht so gut.“ Alex ist 29 und eigentlich hätte mich diese Antwort jetzt überrascht. Aber Alex ist Politiker. In Berlin. Kurz vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus. Und da ist Sonnenwetter eher nicht so hilfreich. „Denn dann sind die Leute lieber draußen, als in irgendein Wahllokal zu gehen.“

Wir stehen am Bahnhof Friedrichstraße. Alex ist Politiker bei den LINKEN. Annika Klose, 24, Landesvorsitzende der Jusos Berlin. Und Emma Sammet, erst 21 Jahre alt, aber schon Sprecherin der Jungen Grünen ist.

Rot. Rot. Grün. Deshalb treffen wir uns. Weil es genau diese Koalition bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus werden könnte. Und weil wir wissen wollen, wie die Jungen darüber denken. Ob sie sich das auch vorstellen können. Und wie man sich überhaupt untereinander verständigt, so als Nachwuchspolitiker.

Deshalb sind neue Lösungen gefragt, neue Denkansätze, wer vielleicht doch mit wem zusammenarbeiten könnte. Denn die bisherige Große Koalition aus SPD und CDU wird voraussichtlich keine Mehrheit mehr haben – das sagen die letzten Umfragen. Womöglich hat das auch Auswirkungen auf die Bundestagswahl nächstes Jahr – denn jeder Wahlkampf, aus der die AfD stark hervorgeht, schwächt die etablierten Parteien wie die Union und damit auch Bundeskanzlerin Merkel.

Es könnte brenzlig werden für sie und viele sehen die Schuld in Merkels Flüchtlingspolitik. Die hat der Union schon die letzten vier Landtagswahlkämpfe nicht grade leicht gemacht.

Als wir unseren Spaziergang entlang der Spree Richtung Bundestag starten, merke ich schnell: Hier sind echt engagierte, junge Leute am Start, die Spaß an Politik haben. Auch wenn sie an den Wahlkampfständen in diesem Jahr oft hitziger diskutieren müssen, als das früher der Fall war.

Alle haben eine sehr klare Meinung. Sind aber noch nicht so in den Mühlen der Macht gefangen, wie die „Großen“. Da erzählt Annika zum Beispiel, als wir an einem Plakat mit einem kotzenden Einhorn vorbeigehen, dass sie damit Plakate der AfD einfach überhängt haben.

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