• 13.07.2018
  • 06:59 Uhr

Streikaufruf bei Real

Der Streit über die Entlohnung der Mitarbeiter eskaliert.

Statt Regale auffüllen und abkassieren: Hier sind die freundlichen Mitarbeiter heute im Arbeitskampf.

Trotz eines bundesweiten Streiks bei Real sollen alle Supermärkte am Freitag geöffnet bleiben. Das meldet das Unternehmen. Real sei auf Ausnahmesituationen dieser Art vorbereitet, hieß es. Mitarbeiter von 15 Real-Märkten in Hessen und Rheinland-Pfalz hatten angekündigt, aus Protest gegen schlechtere Bezahlung die Arbeit niederlegen zu wollen.

Die Gewerkschaft Verdi hatte die rund 34 000 Beschäftigten der Supermarktkette deutschlandweit zum Streik aufgerufen. „Wir kämpfen für Löhne, von denen man leben kann“, sagte ein Verdi-Bundesvorstandsmitglied in Berlin.

Hintergrund des Streikaufrufs ist die Entscheidung der Unternehmensleitung, sich aus den mit Verdi vereinbarten Tarifverträgen zu verabschieden und stattdessen neu eingestellte Mitarbeiter nach einem Tarifvertrag mit der Gewerkschaft DHV zu bezahlen. Der kommt für das Unternehmen deutlich günstiger.

Dies bedeutet dann für die Betroffenen durchschnittlich 23 Prozent weniger Geld. Darum sagt Verdi: „Solche Löhne führen direkt in die Altersarmut der Beschäftigten.“

Der Chef des Real-Mutterkonzerns Metro, Olaf Koch, wehrt sich und wirft dagegen der Gewerkschaft vor, Tarifverhandlungen über eine wettbewerbsfähige Entgeltstruktur bei der angeschlagenen Supermarktkette jahrelang blockiert zu haben.

Die bisherigen Tarifverträge hätten Real deutlich höhere Lohnkosten aufgebürdet, als sie viele Wettbewerber zu tragen hätten. Das sei für Real nicht mehr tragbar gewesen. Das Unternehmen bezahle nun neueingestellte Mitarbeiter marktgerecht, sagte Koch. Bereits vor dem Tarifwechsel eingestellte Mitarbeiter hätten keine Einbußen.

Verdi ledert zurück und sieht in dem Schritt des Konzerns den Versuch, Unternehmensprobleme auf Kosten der Beschäftigten zu lösen. „Es ist unverschämt, von den Beschäftigten zu verlangen, dass sie die Managementfehler der Vergangenheit durch derartige Einschnitte und unverhältnismäßige Lohnkürzungen bezahlen sollen.“

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