• 13.10.2017
  • 11:10 Uhr

Arm trotz Arbeit: Immer mehr haben mehrere Jobs

Ein Job reicht vielen nicht zum Leben. Die Zahl der Menschen, die parallel mehrere Beschäftigungsverhältnisse haben, ist deutlich gestiegen.

Binnen zehn Jahren nahm die Zahl der Mehrfachbeschäftigten nahezu kontinuierlich um rund eine Million auf 3,2 Millionen im vergangenen März zu, wie aus einer Erhebung der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht. Die Linken hatten die Zahlen angefragt.

Die drei häufigsten Job-Varianten:

  1. Mit 2,7 Millionen Betroffenen ist eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mit mindestens einer zusätzlichen geringfügigen Beschäftigung die häufigste Kombination.
  2. Mehr als 310.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte haben mindestens einen weiteren solchen Job.
  3. Eine dritte Variante ist die Ausübung einer ausschließlichen geringfügigen Beschäftigung und mindestens einer weiteren geringfügigen Beschäftigung. Das betraf über 260.000 Menschen.

 

„Für immer mehr Beschäftigte reicht das Einkommen aus einem Job nicht mehr aus. Der überwiegende Teil dürfte aus purer finanzieller Not mehr als einen Job haben und nicht freiwillig“, kritisierte die Linken-Fraktionsvize Sabine Zimmermann. Viel zu viele Menschen seien arm trotz Arbeit. Die Einführung des Mindestlohns sei nicht ausreichend gewesen, um Arbeit existenzsichernd zu machen.

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist zuletzt auf ein neues Rekordtief gesunken. Knapp 2,5 Millionen Arbeitslose gab es im September.

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