• 12.02.2018
  • 08:01 Uhr

Merkel will Chefin bleiben

Doch in einem Punkt kommt die Kanzlerin ihren Kritikern entgegen.

Bei einer ZDF-Sendung am gestrigen Abend plauderte die Bundeskanzlerin nicht nur über ihre Zukunft, sondern versprach auch Neuerungen innerhalb der CDU durchführen zu wollen.

Angela Merkel bleibt bei einer Zustimmung der SPD zu einer großen Koalition vier weitere Jahre im Amt, sowohl als Kanzlerin als auch als Parteichefin der CDU. Das hat sie gestern im ZDF angekündigt: „Die vier Jahre sind jetzt das, was ich versprochen habe. Und ich gehöre zu den Menschen, die Versprochenes auch einhalten.“ Die Frage, ob dies nicht ein Autoritätsverlust für sie bedeuten könnte, verneinte die Kanzlerin.

Damit setzt Merkel ein deutliches Zeichen gegen ihre Kritiker innerhalb der Partei, die ihren Rücktritt fordern. Nachdem die CDU während der GroKo-Verhandlungen immense Einbußen erleiden mussten, wuchs der Unmut auf die Regierungschefin. Besonders der Verlust des Finanzministeriums, heimste der Kanzlerin eine Menge Minuspunkte ein. Anders als bei der SPD halten sich die Rücktrittsforderungen in Grenzen, vorhanden sind sie allerdings trotzdem. Der ehemalige hessische CDU-Ministerpräsident Roland Koch sagte der FAZ, dass er es nicht für sinnvoll halte mit einem Wechsel der Parteispitze bis zur nächsten Wahl zu warten.

Dass Merkel ihren Kritikern, um weitere Spaltungen innerhalb der CDU zu vermeiden, entgegenkommen muss, ist ihr jedoch bewusst. So sollen neue und vor allem jüngere Politiker künftig die Ministerposten besetzen. Die neuen personellen Änderungen will sie, anders wie vorab geplant, bereits zum Parteitag bekannt geben.

Im Ganzen schien die Bundeskanzlerin während des Interviews zuversichtlicher und gelassener als die Tage zuvor. Auch die pikante Aussage des Generalsekretärs der Sozialdemokraten, Lars Klingbeil, am Sonntag während eines Auftritts, brachte sie nicht aus der Fassung: „So ein SPD-Generalsekretär muss auch mal ein paar nette Worte sagen in diesen Tagen“. Klingbeil hatte gescherzt: „Einen halben Tag länger und sie hätten uns das Kanzleramt auch noch übergeben!“

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