• 19.05.2017
  • 08:44 Uhr

Ist dieser Einsatz verhältnismäßig?

Ein Überwachungsvideo zeigt, wie Polizeibeamte einen Schäferhund mit mehreren Kugeln durchlöchern.

In der Nacht zum 8. Mai überprüften Polizeibeamte wegen eines Alarms einen Getränkemarkt in Mannheim. Vor Ort trafen die Polizisten dann auf einen Mann, der sich nach ihren Angaben verdächtig verhielt. Die Beamten verschafften sich Zutritt zu dem Gelände, um die Person zu überprüfen. Im Laufe des Einsatzes erschossen sie dann einen Schäferhund, der sich aggressiv verhalten haben soll.

Nach Polizeiangaben hätten Pfefferspray und Schlagstockeinsatz keine Wirkung gezeigt, weshalb die Beamten zur Schusswaffe griffen – und das gleich mehrfach. Ein jetzt aufgetauchtes Überwachungskamera wirft die Frage nach der Verhältnismäßigkeit auf. Zu sehen ist, wie drei Polizisten aus nächster Nähe gleichzeitig auf den Hund schießen. Als sich das Tier verletzt wegschleppt, gibt ein Beamter einen weiteren Schuss auf das Tier ab.

Die Polizei rechtfertigt ihre Maßnahme so: „Es war zunächst so, dass die tatverdächtige Person gebeten wurde, den Hund anzuleinen. Das ist nicht geschehen. In der weiteren Folge hat der Hund zwei der dort eingesetzten Beamten verletzt.“

Die Besitzer von Karabas, so der Name des zwei Jahre alten Schäferhundes, widersprechen dieser Darstellung. Die Polizei habe den vermeintlichen Einbrecher aufgefordert, die Hände hochzunehmen, weshalb er den Hund nicht anleinen konnte, so Fatma A.

Bei dem mutmaßlichen Einbrecher handelte es sich übrigens um einen Mitarbeiter des Marktes, der sich mit Erlaubnis des Inhabers in dem Geschäft aufhielt. Weil der zu Unrecht verdächtigte Mann während der Maßnahme von einem der Polizisten geschlagen worden war, prüfen nun die Behörden den Einsatz. Dem Polizisten droht ein mögliches Disziplinarverfahren.

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